Rugby-Geschichte

RugbyRugbyähnliche Ballspiele gab es bereits in der Antike sowie im Mittelalter, wo in England, Frankreich und Italien ganze Ortschaften gegeneinander antraten. Die beliebte Sportart Rugby soll dann einer Legende nach im Jahr 1823 während eines Fußballspiels entstanden sein. Damals legte der Schüler William Webb Ellis auf Grund einer bevorstehenden Niederlage seiner Mannschaft den Ball mit den Händen in das gegnerische Tor und rief: “It´s not a goal but it´s a try.” Obwohl die Geschichte nicht bestätigt werden kann, ist der Rugby Worlcup noch heute nach Webb Ellis benannt. Ab 1839 gab es Rugby Mannschaften an der Universität von Cambridge, später auch in Oxford und anderen englischen Hochschulen.

1863 gründete man schließlich die Fooball Association (FA), sie sich jedoch im Laufe der folgenden Jahre wieder spaltete, da man sich nicht auf die Rugby-Spielregeln einigen konnte. Als Folge dieser Streitigkeiten wurde 1871 die Rugby Football Union (RFU) ins Leben gerufen, die die Regeln der Sportart standardisierte. Am 27. März des Jahres fand auch bereits das erste Länderspiel zwischen England und Schottland statt.

Eine zweite Trennung folgte aber bereits im Jahr 1875. Grund dafür war eine Auseinandersetzung bezüglich des Status des Spiels. Ungefähr 20 Clubs, die aus den Arbeitervierteln von Nordengland stammten, spalteten sich ab und gründeten die Northern Rugby Union, die auch eine Professionalisierung der Sportart erlaubte. Aus den veränderten Spielregeln entstand die Variante Rugby League, wobei bis heute beide Varianten des Rugby erlaubt sind. Zwischen 1900 und 1924 war Rugby Union sogar eine olympische Disziplin und soll im Jahr 2016 auch wieder in das Programm aufgenommen werden.

Von England aus verbreitete sich Rugby rasch im restlichen Europa, in den Commonwealth-Ländern sowie in Amerika. Heute sind die führenden Rugby-Nationen vor allem Neuseeland, Australien, Argentinien, Südafrika, England, Frankreich, Italien und Schottland. Aber auch die USA, Japan, Namibia sowie Rumänien und Kanada nehmen an den Rugby-Union-Weltmeisterschaften regelmäßig teil und pflegen die Rugbykultur von der schon Oscar Wilde sagte: “Football is a gentleman´s game played by ruffians and rugby is a ruffian´s game played by gentlemen.” (“Fußball ist eine Gentleman-Sportart, die von Raufbolden gespielt wird, und Rugby ist eine Raufbold-Sportart, die von Gentlemen gespielt wird.”)

Noch recht jung ist die Variante des Touch Rugby. Hier treten Mannschaften von jeweils sechs Spielern gegeneinander an, die jedoch im Gegensatz zum klassischen Rugby auf Gedränge, Treten und Tiefhalten des Balles verzichten.